Urintests

THC und seine Metaboliten lagern sich im Fettgewebe an und werden nur langsam abgebaut. Aus diesem Grund sind sie noch mehrere Wochen nach der letzten Cannabiseinnahme im Urin nachweisbar. Beim Urintest wird eine Urinprobe auf einen Teststreifen aufgetropft. Sind bestimmte Cannabisrückstände im Urin enthalten, verfärbt sich der der Teststreifen.

Der Einsatz von Urintests zur Bestimmung, ob Cannabis konsumiert wurde, ist jedoch sehr fraglich. Erstens gibt es keine einheitlichen Grenzwerte und zweites kann das Ergebnis durch falsche Handhabung sehr leicht verfälscht werden. Drittens kann auch Passivrauchen zu einem positiven Ergebnis führen. Und viertens kann auch die Einnahme von legal erhältlichen Nahrungsmitteln wie Hanfbier, dessen THC-Gehalt die gesetzlichen Normen erfüllt, zu einem positiven Test führen. Außerdem ist durch die lange Nachweisbarkeit der Droge Cannabis und somit keinerlei Hinweise auf den Zeitpunkt der letzten Einnahme möglich sind.

Trotz dieser Mängel werden mitunter harte Strafen aufgrund positiver THC-Tests verhängt. So ist etwa ein Führerscheinentzug möglich, auch wenn nicht bewiesen werden kann, dass die Person unter Cannabiseinfluss am Steuer gesessen ist. Schüler werden öfter von der Schule verwiesen. Beim Bundesheer kann ein positiver THC-Test zu erheblichen Schwierigkeiten und einer Verzögerung des Wehrdienstes führen.

Wie wir gesehen haben, sind Cannabis-Tests sehr unzuverlässig. Trotzdem ist rund um THC-Urintests ein ganzer Industriezweig entstanden. Auf der einen Seite buhlen große Konzerne, die THC-Tests herstellen, um die lukrativen Lieferaufträge des Staates. Auf der anderen Seite haben sich viele Firmen auf die Herstellung spezieller Vitaminpräparate spezialisiert. Diese teuren Präparate sind in Hanfgeschäften erhältlich und dienen zur Verfälschung des Testergebnisses. Dies tun sie auch relativ zuverlässig. Auch seinen sie gesundheitlich ziemlich unbedenklich zu sein. Werden jedoch beim Drogentest auch anderen Blutwerte ermittelt, fliegt der Betrug leicht auf. Weiters ist zu bedenken, dass es durch verfälschte Blutwerte bei einer ärztlichen Untersuchung auch zu Fehldiagnosen kommen kann.